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Aktuelles aus dem Diakoniewerk

 
20.06.2017

"Mein Wunsch? Eine gute Arbeit."

Zinar Tamo an seinem Arbeitsplatz im Kulinarium Salzburg

SALZBURG. Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag und Anlass für das Diakoniewerk, über gelungene Aspekte in der Flüchtlingsarbeit zu sprechen. Das Freiwillige Integrationsjahr, das auch das Diakoniewerk ermöglicht, bietet anerkannten Flüchtlingen einen gut begleiteten Start in die österreichische Arbeitswelt.

Nach monatelangem Warten flatterte im Sommer 2016 die Gewissheit in den Postkasten: Zinar Tamo wurde als Asylwerber vom Diakoniewerk Salzburg betreut und darf nun als anerkannter Flüchtling in Österreich bleiben. Der 27-jährige Syrer war erleichtert, stand gleichzeitig aber auch vor neuen Herausforderungen. Mit Unterstützung durch eine Freiwillige fand er schließlich eine eigene Unterkunft in Salzburg-Liefering. Sie half ihm auch, eine vorübergehende Beschäftigung zu finden. „Frau Ilse ist nett. Sie hat mich im Kulinarium angemeldet“, erzählt Tamo. Seit Ende August 2016 absolviert er das Freiwillige Integrationsjahr und arbeitet vier Tage in der Woche im Kulinarium Salzburg, einer Einrichtung im Diakoniewerk Salzburg. In den letzten fünf Monaten hatte er montags auch Unterricht. Er besuchte den Heimhilfe-Kurs in der Schule für Sozialbetreuungsberufe im Diakoniewerk Salzburg. „Ich mag alte Menschen. Wenn ich kann, helfe ich gerne“, sagt der Zweitjüngste von fünf Geschwistern.

Die Kombination von Arbeit und Unterricht findet Zinar Tamo gut. Durch das duale System lernt er viele Menschen kennen. „Die Kollegen sind nett. Wir machen Pause, trinken Kaffee oder Tee. Wir lachen und ich kann den ganzen Tag Deutsch hören und auch sprechen“, erzählt er. Um seine Sprachkenntnisse zu verbessern, besucht er mehrmals pro Woche auch einen Deutschkurs und schaut die Zeichentrickserie „Heidi“. Der Einsatz lohnt sich, die A2-Prüfung konnte er im Frühling ablegen.

Wie es im Spätsommer nach dem Freiwilligen Integrationsjahr weitergeht, weiß er noch nicht. „Ich möchte eine Ausbildung machen in einem Geschäft“, sagt Zinar Tamo. Damit könnte er an seine Erfahrungen in Syrien anknüpfen, er arbeitete dort in einem Supermarkt. Nach Syrien will Zinar Tamo aber nicht mehr zurück, obwohl seine Eltern und Geschwister noch dort sind. „In Syrien ist alles kaputt. Hier gibt es Frieden und Sicherheit“, sagt er. Sein dringlichster Wunsch ist es, eine gute Arbeit zu finden. Wovon er noch so träumt? „Meine Eltern wieder zu sehen. Manchmal gibt es Internet, dann rufen sie bei mir an.“

Infos zum Freiwilligen Integrationsjahr im Diakoniewerk erhalten InteressentInnen bei Mag. Birgit Katzmaier, b.katzmaier@diakoniewerk.at, oder auch unter www.diakoniewerk.at/freiwilliges_integrationsjahr/.

Foto: Zinar Tamo an seinem Arbeitsplatz im Kulinarium Salzburg, einer Einrichtung des Diakoniewerks. Abdruck honorarfrei, Fotocredit: Diakoniewerk.


Zinar Tamo an seinem Arbeitsplatz im Kulinarium Salzburg