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Welche Arten von Diabetes gibt es? |
Generell werden zwei Arten von Diabetes unterschieden. Der seltener vorkommende Typ 1 Diabetes wird auch „juveniler Diabetes“ genannt und ist von einem Insulinmangel gekennzeichnet.
Der weitaus häufigere Typ 2 Diabetes ist auch als „Altersdiabetes“ bekannt, und betrifft durch den zunehmenden Wohlstand und die damit verbundenen Lebensgewohnheiten auch immer öfter jüngere Menschen. Beim Typ 2 Diabetes sind die zuckerverarbeitenden Zellen entweder insulinunterempfindlich oder insulinresistent geworden.
Diabetes kann aber auch durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, durch Medikamente sowie durch hormonelle Erkrankungen oder genetische Defekte entstehen.
Ein zunehmendes Phänomen ist auch das (meist vorübergehende) Auftreten von Diabetes während der Schwangerschaft.
Typ 1 Diabetes
Typ 1 Diabetes betrifft Menschen meist schon in jungen Jahren.
An der Entstehung des Typ 1 Diabetes sind wahrscheinlich Umweltfaktoren beteiligt, die eine Autoimmunreaktion auslösen können: der Körper produziert dann Antikörper gegen die insulinproduzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Beta-Zellen verlieren die Fähigkeit, Insulin zu produzieren – die Folge ist ein Insulinmangel, der durch regelmäßiges Insulinspritzen ausgeglichen werden muss.
Therapie des Typ 1 Diabetes
Bei Typ 1 Diabetiker ist eine dauerhafte Behandlung mit Insulin notwendig, da ein zu hoher Blutzuckergehalt bzw. eine Überzuckerung des Blutes (Hyperglykämie) zu lebensbedrohlichen Folgen führen kann.
Die Insulintherapie wird auf den einzelnen Patienten abgestimmt und seinem Tagesablauf angepasst. Begleitende Diabetesschulungen und Ernährungsberatungen helfen, trotz der Diagnose Typ 1 Diabetes ein möglichst normales Leben zu führen.
Typ 2 Diabetes
Am weitaus häufiger auftretenden Typ 2 Diabetes („Altersdiabetes“) leiden rund 6% der österreichischen Bevölkerung – Tendenz steigend.
Die Erkrankung wird durch fettreiche und ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, erhöhte Blutfette, Rauchen, Bluthochdruck, fortgeschrittenes Lebensalter und Übergewicht begünstigt. Übergewicht wirkt sich besonders auf die Entstehung der Krankheit aus: Wegen des erhöhten Körperfettanteils sprechen die Körperzellen immer weniger auf das von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttete Insulin an. Die Bauchspeicheldrüse produziert als Reaktion darauf mehr Insulin, das wiederum nicht von den Körperzellen aufgenommen wird. Nach einigen Jahren sind die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse erschöpft und die Insulinproduktion versiegt.
Die Erkrankung lässt sich durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen.
Therapie des Typ 2 Diabetes
Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser stehen die Chancen auf ein beschwerdefreies Leben – auch wenn es keine vollständige Heilung gibt. Im Frühstadium lassen sich die Blutzuckerwerte durch einen gesunden Lebensstil und Gewichtsreduktion relativ einfach bis zum Normbereich senken.
Ist der Typ 2 Diabetes bereits fortgeschritten, so müssen Diabetes-Medikamente eingesetzt werden.
Schwangerschafts-Diabetes (Gestationsdiabetes)
Der Gestationsdiabetes ist eine Form der Zuckerkrankheit, die während der Schwangerschaft auftritt, meist jedoch nach der Geburt wieder verschwindet und zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen gehört. Als Risikofaktoren gelten vor allem Übergewicht und familiärer Typ 2 Diabetes.
Durch den Einfluss der Schwangerschaftshormone und die Veränderung des Stoffwechsels steigt während einer Schwangerschaft der Insulinbedarf der werdenden Mutter an. Kann die Bauchspeicheldrüse diesen erhöhten Insulinbedarf nicht liefern, so entsteht Diabetes.
Frauen, die im Zuge ihrer Schwangerschaft an Gestationsdiabetes erkranken, haben ein erhöhtes Risiko, in der Folge einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln.
Aber auch für das ungeborene Kind kann der Gestationsdiabetes gefährlich sein. Wegen der starken Größen- und Gewichtszunahme bestehen ungünstige Platzverhältnisse, die vor allem während der Geburt sehr belastend für das Kind sein können. Ein Kaiserschnitt ist in diesen Fällen oft notwendig.
Darüber hinaus kann sich die Ausreifung des Ungeborenen verzögern, was nach der Geburt zu Anpassungsstörungen führen kann. Besonders kritisch ist die gestörte Entwicklung der Plazenta, die zu einer kindlichen Mangelversorgung und im schlimmsten Fall zum Absterben des Kindes führen kann.
Wegen der immer häufiger auftretenden Fälle von Schwangerschafts-Diabetes ist der Labortest nun fixer Bestandteil der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen.
Therapie des Schwangerschafts-Diabetes/Gestationsdiabetes
In der Regel hilft eine spezielle Ernährungsumstellung, den Gestationsdiabetes in den Griff zu bekommen. Ist diese Therapie ohne Erfolg, so wird eine Insulingabe mittels Injektionen zur Kontrolle des Blutzuckers empfohlen.
Orale Antidiabetika werden bei Gestationsdiabetes nicht eingesetzt.
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